Call des Monats

September

„Call des Monats September 2019“ – HYCON GmbH

Mit dem Umbau unseres Energieversorgungssystems gewinnen Energiespeicherlösungen an Bedeutung. Gerade für wasserstoffbasierte Energiespeichersysteme brechen neue Zeiten an, da sie nicht nur eine flexible Nutzung des aus erneuerbarer Energie erzeugten Wasserstoffs zulassen. Vielmehr versprechen sie hohe Wirkungsgrade, eine hohe Auslastung erneuerbarer Energieanlagen und eine sektorenübergreifende Nutzung der Energie. Die im Jahr 2014 gegründete HYCON GmbH hat sich auf die Planung von wasserstoffbasierten Energiespeichersystemen spezialisiert und eine große Testanlage mit dem Wasserstoffanwenderzentrum „h2herten“ gemeinsam mit Partnern realisiert. Hierbei handelt es sich um ein weltweit erstmalig umgesetztes wasserstoffbasiertes Energiespeichersystem zur vollständigen Strom- und Wasserstoffversorgung einer Gewerbeimmobilie. Einen tieferen Einblick in die Möglichkeiten von wasserstoffbasierten Energiespeichersystemen gibt Julian P. Klug, Geschäftsführer bei der HYCON GmbH.


Interview Julian P. Klug, Geschäftsführer der HYCON GmbH

Herr Klug, wofür steht der Firmenname HYCON? Hat er eine besondere Bedeutung?
HYCON steht für „Hydrogen Consulting“ und zeigt woher wir kommen, aus der Beratung für Projekte in der Wasserstoffinfrastruktur. Grundsätzlich sind wir aber technologieoffen. Das energetische und wirtschaftliche Optimum für den Kunden ist für uns entscheidend.
Könnten Sie uns kurz einführend etwas über die HYCON GmbH erzählen? Worauf hat sich Ihr Unternehmen spezialisiert?
HYCON wurde 2014 in Herten gegründet und bietet im Speziellen herstellerunabhängige Beratungs- und Ingenieurdienstleistungen im Bereich Wasserstofftechnik an. Dabei liegt der bisherige Fokus auf der Planung von wasserstoffbasierten Energiespeichersystemen. Wir nennen diese „Hydrogen based Energy Complementary System“ oder kurz HECS®.
Was können aus Ihrer Sicht wasserstoffbasierte Energiespeichersysteme für die zukünftige Energieversorgung leisten?
Wasserstoffbasierte Energiespeichersysteme sind in der Lage die Stromerzeugung vom Verbrauch zu entkoppeln. Sie können dabei helfen, die Speicher-Probleme zu überwinden, die durch einen hohen Anteil von Erneuerbaren Energien in unserer Stromversorgung entstehen.

Diese Systeme können jedoch auch weitaus mehr als „nur“ Energie speichern. Sie ermöglichen erweiterte Energienutzungskonzepte, mit denen der Betrieb von Gebäuden, Fahrzeugen und von Prozessen in Gewerbe und Industrie sowie Netzdienstleistungen effizienter und nachhaltiger gestaltet werden kann.

Bild: hycon-energy.com Produktbild

Können Sie anhand konkreter Projekt-Beispiele Ihre Erfahrungen schildern?
Wir denken, dass es wichtig ist, die erneuerbare Energie dort zu nutzen, wo sie erzeugt wird. Somit werden Kosten sowie Probleme beim Energietransport vermieden und der Wirkungsgrad bleibt möglichst hoch.

Denn bei der Speicherung und Nutzen von EE in Batterie basierten Energiesystemen besteht momentan das Problem, dass nur 50% der vor Ort erzeugten Energie auch dort genutzt werden kann. Dies geschieht durch zu kleine Batterie-Speicherkapazitäten für den zu deckenden Bedarf aufgrund von hohen Investitionskosten pro installierter kWh, was zu einer zwangsweisen Einspeisung der nicht speicherbaren Überschüsse ins öffentliche Netz oder Abregelung führt. Dies würde aber dem als erstes genannten Grundsatz wiedersprechen.

Wasserstoffbasierte Energiespeichersysteme haben dieses Problem nicht. Sie können 100% des Eigenenergieanteils vor Ort nutzen. Jedoch eignet sich so ein HECS System vor allem für Mehrfamilienhäuser oder als Quartierslösung, also dem Verbund mehrerer Häuser mit z.B. jeweils einer PV-Anlage auf dem Dach. Ein Verbund zwischen Wohn- und Gewerbegebäuden ist auch denkbar. Hierdurch würde eine optimale Nutzung der Energieerzeugerkapazitäten möglich. Wichtig ist auch, alle Energiestränge zu nutzen. Hierbei denke ich vor allem an die Wärmeversorgung. Der erzeugte Wasserstoff kann aber auch in der E-Mobilität, also direkt in Brennstoffzellenfahrzeugen und -bussen Verwendung finden.
Das klingt, als wenn spezielle Expertise gefragt ist. Über welche Erfahrungen und Expertise verfügt HYCON? Wer steht hinter dem Team von HYCON?
Wir sind seinerzeit aus einem Projekt der westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen hervorgegangen. Über unser Team verteilt, verfügen wir über 30 Jahre Erfahrung in der Abwicklung industrieller Wasserstoffprojekte und durften hierbei für das ein oder andere namhafte Unternehmen, wie z.B. RWE, Westnetz, Hitachi-Zosen, Asahi Kasei u.a. tätig werden.

Beispielsweise bestand unser letzter Auftrag in der Ausarbeitung einer Studie für die Gasversorgungsgesellschaft mbH Rhein-Erft, bei der wir neue Geschäftsmodelle für Windkraftanlagen erarbeitet haben, die aus dem EEG herausfallen werden.

Das bisher herausragendste Projekt in unserer Tätigkeit war die Planung der im Wasserstoffanwenderzentrum „h2herten“ errichtete Windstromelektrolyse. Dort wurde weltweit erstmalig ein wasserstoffbasiertes Energiespeichersystem für die vollständige Strom- und Wasserstoffversorgung einer Gewerbeimmobilie installiert.

Dieses Prinzip wollen wir durch eine Machbarkeitsstudie für teilweise „energieautarke Gebäude“ auch für den privaten Wohnungsbau vorantreiben.

Mit diesen Erfahrungen, unseren Prozess-Simulations-Tools und unseren experimentellen Möglichkeiten in Herten können wir mit unseren Beratungsleistungen dafür sorgen, dass ein HECS- oder Powert-to-Gas-System vom Megawatt- bis zum Kilowattbereich optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnitten ist.
In welchen Netzwerken engagiert sich Ihr Unternehmen?
Wir engagieren uns im Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW, H2netzwek-Ruhr, DWV und bei Greentech.Ruhr.
Mit welchen Partnern arbeiten sie eng zusammen und erfolgt ein regelmäßiger Austausch?
Wir haben verlässliche Partner im Wasserstoff-Kompetenzzentrum h2herten, wo auch unsere Firma ansässig ist, der Westfälischen Hochschule und dem amerikanischen Planungsbüro EPC LLC.
Gibt es aktuell Projekte, für die sie nach weiteren Kooperationspartnern Ausschau halten?
Wir suchen weitere Partner, die unser übergeordnetes Ziel, der Planung von nachhaltiger und zukunftsorientierte Stadt- und Quartiersentwicklung, die mehr Lebensqualität, mehr Arbeitsplätze, mehr Rendite, mehr Zukunft für alle Beteiligten schaffen, unterstützen.

Also im Speziellen Projektentwickler/Investoren aus dem Bereich Immobilienwirtschaft, wie z.B. Wohnungsbaugesellschaften.

Gemeinsam mit diesen und unseren Kunden im Einzelhandel, im Bereich Büro- und Gewerbeimmobilien und im Wohnungsbau wollen wir nach individuellen Wünschen Hochbauprojekte verwirklichen.
Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Julian P. Klug (M.Sc.)

Kontaktinformationen

Julian P. Klug (M.Sc.)
Doncaster-Platz 5 -7
45699 Herten, Germany
FON: +49 (0) 2366 305 205
FAX: +49 (0) 2366 305 206
Email: jp.klug@hycon-energy.com
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