Call des Monats

Oktober

Urbane Energielösungen – smart und profitabel

Der Begriff Smart City umfasst ein weites Feld. Mit ihm wird das Bild einer Zukunftsstadt gezeichnet, die modern, sauber, effizient und grün ist. Zudem bezieht eine smarte City ihre Energie aus erneuerbaren nachhaltigen Quellen und versorgt nicht nur Haushalt und Gewerbe mit sauberem Strom, sondern bezieht alle Bereiche der städtischen Infrastruktur und Energieversorgung mit ein. Um Städte insgesamt lebenswert und komfortabel zu gestalten, braucht es vernetzte grüne Technologien und Lösungen, die Übergänge und Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen schaffen. Smart City Ansätze lassen sich schon heute gut auf Stadtquartiere oder Gewerbeparks übertragen. Hier kann auf kleiner Fläche geprobt werden, was in Zukunft auf großer Fläche realisiert werden soll.


Geschäftsführende Gesellschafterin der Zero Emission GmbH aus Wuppertal, Veronika Wolf erzählt, wie sie in Gewerbequartieren Emissionen in Form jeglicher schädlichen Nebenwirkungen vermeiden und für attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen in Städten sorgen.
Veronika Wolf: Der Name Zero Emission meint übersetzt Nullemission. Können Sie kurz beschreiben, welche Ziele Ihr Unternehmen verfolgt und worin das Leistungsangebot der Zero Emission GmbH besteht?
Ja, Zero Emission heißt „keine Nebenwirkungen“ und beschreibt damit die Ziele unseres Unternehmens - die Reduktion aller schädlichen Nebenwirkungen bestehender Gewerbegebiete, sei es ökologisch, ökonomisch oder sozial. Wir haben uns vorgenommen bestehende Gewerbegebiete in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden, aber vor allem mit den Unternehmen der Gewerbestandorte zukunftsfähig und nachhaltig zu revitalisieren, an die Folgen des Klimawandels anzupassen und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu bieten wir Analysen, Konzepte, Masterpläne aber vor allem der Aufbau von Unternehmensnetzwerken, Unterstützung von Maßnahmenumsetzung und innovative IT-Tools an.

Zero Emission GmbH

Als erstes bundesweit tätiges Unternehmen, das sich mit der nachhaltigen Entwicklung von Gewerbegebieten beschäftigt, wurde die Zero Emission GmbH 2011 als inhabergeführtes Familienunternehmen gegründet? Wie kam es dazu und welche Beweggründe gab es?
Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Entwicklung von nachhaltigen Gewerbegebieten, zuerst im Umweltministerium NRW mit dem Projekt „Nachhaltige Gewerbegebiete NRW“ , das ich konzipiert und geleitet habe – damals konnte sich niemand etwas unter meiner Vision vorstellen! 2008 interessierte sich dann auch das Bundesbauministerium für mein Konzept und wir starteten das überregionale Forschungsprojekt „Zero Emission Park“ mit sechs wissenschaftlichen Instituten und der Fragestellung nach der Ausgestaltung der vielschichtigen Handlungsfelder für die nachhaltige Entwicklung industrieller und gewerblicher Standorte. Das geschaffene Wissen sollte nicht verloren gehen – aus diesem Grunde entschieden sich meine Söhne als Ingenieure der Fachrichtungen Stadtplanung, Informatik und Energie- und Prozesstechnik ihre Arbeit ebenfalls einzubringen und zusammen die GmbH zu gründen – eine gute Mischung aus Erfahrung und Innovation!
Sie beraten Industrie-, Gewerbe- sowie Stadtquartiere hinsichtlich der Umsetzung von Zero Emission Standards? Was ist darunter zu verstehen?
Uns ist die ganzheitliche Sichtweise auf die nachhaltige Entwicklung sehr wichtig - dafür haben wir ökologische, ökonomische und soziale Kriterien und Indikatoren entwickelt, die wir für unsere Arbeiten in bestehenden Gewerbegebieten aber auch bei Neuplanungen ökologischer Standorte einsetzen.
Zum erklärten Leitbild vieler Kommunen und Städte gehört heute die Vision einer Smart City. Was ist Kennzeichen einer Smart City und was verstehen Sie darunter?
Unter Smart City werden vor allem technologiebasierte Lösungen verstanden – die brauchen wir, aber wir brauchen vor allem die Menschen, die die Vision leben wollen. Dafür wäre mir „Save City“ lieber – sparsam, schonend, sicher, bewahrend, sammelnd, behütend, verhindernd und vor allem gesund.
Auf welche Faktoren kommt es bei der Realisierung einer Smart City an?
Egal wie die City der Zukunft heißt – wir müssen die Zusammenhänge einfach und transparent machen und vor allem ehrliche Berechnungen und Ökobilanzen der Produkte und Dienstleistungen vorlegen, sonst sind die Klimaschutzmaßnahmen die neuen Verursacher der CO2-Emissionen!
Welche Rolle spielen Quartiere bzw. die Quartiersebene bei der Umsetzung einer Smart City?
Die Quartiersebene ist der Schlüssel zu den Menschen und den Unternehmen, dort wird verbraucht, dort wird auch gespart. Im eng abgegrenzten Agglomerationsraum finden alle Funktionen statt, die Potenzial zum sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen haben – in Gewerbe- und Industriegebieten mit einem enormen Sparpotenzial! Gleichzeitig ist die Identifikation bspw. der UnternehmerInnen mit ihrem Standort sehr hoch, daher werden zunehmend Netzwerke gegründet und gemeinsame Klimaziele gesetzt.
Für die Entwicklung nachhaltiger Gewerbequartiere ist viel Know-how gefragt. Welche Kernkompetenzen stehen bei Zero Emission zur Verfügung? In welchen Bereichen kooperieren Sie mit Netzwerkpartnern?
Wir sind ein kleines Unternehmen – mit großer Vielfalt! 2003 habe ich das Wort „Nachhaltige Gewerbegebiete“ geprägt, das dahinterstehende Konzept und Kriterien entwickelt und mit viel persönlichem Einsatz national wie international verbreitet. Damit unsere Expertise wächst, haben wir kontinuierlich an Inhalten, Verfahren, Methoden und unserem Know-how gearbeitet. Die nachhaltige Entwicklung der Gewerbegebiete benötigt hohes Ingenieurwissen der Bereiche alternative Energien, effiziente Prozesstechniken, Informatik, Stadtplanung, ökologisches Bauen, Abfall- und Wassermanagement, Grünplanung bis hin zur Betriebswirtschaft – das Zero-Team zeichnet sich durch zusätzliches ökologisches Wissen aus, das in all den Fachbereichen gefragt ist. 2012 habe ich selbst noch einmal einen Master in Redevelopment an der RWTH Aachen gemacht und promoviere derzeit an der Fakultät für Architektur der Universität Wuppertal. Natürlich kooperieren wir für die Fachplanungsebenen mit den Spezialisten.
Suchen Sie für aktuelle oder künftige Projekte weitere Kooperations-, Netzwerkpartner und Unterstützer? Welche Organisationen sind für Ihr Unternehmen besonders interessant?
Wir haben in den letzten Jahren verstärkt Nachhaltigkeits-Management in Gewerbegebieten entwickelt und erprobt, diese Kompetenzen müssen vermittelt werden, damit Städte, Gemeinden und Wirtschaftsförderungen in ihren Gewerbe- und Industriegebieten noch aktiver für den Klimaschutz arbeiten können – für Konzeption und Ausbildung würden wir uns über Partner freuen!
Herzlichen Dank für Ihre Zeit und die Beantwortung unserer Fragen!

Kontaktinformationen

Veronika Wolf, Geschäftsführerin
+49 (0) 173 29 15 62 4
veronika-wolf@zeroemissiongmbh.de
www.zeroemissiongmbh.de