Call des Monats

Mai

Senselab als Marke der SoftVR GmbH

Die VR-/ MR-/AR-Branche wächst. Möglich machen es technologische Entwicklungen, die Projekte und Anwendungen nicht nur einfacher, sondern auch wirtschaftlicher machen. Doch noch sind die Möglichkeiten, die sich für den Einsatz der Technik bieten längst nicht ausgeschöpft. Welche Anwendungen für Unternehmen der Energiebranche vielversprechend sind, warum sich VR / AR / 360Grad für Trainings und Weiterbildungen gut nutzen lässt, welche Software-Lösungen das Startup Senselab in der Pipeline hat und nach welchen Partnern sie Ausschau halten, erzählt Christian Steiner, CSO und Co-Founder von Senselab.io im „Call des Monats Mai 2019“.

Interview mit Christian Steiner, CSO und Co-Founder von Senselab.io


Herr Steiner, möchten Sie uns einen kurzen Einblick geben, mit was genau sich Senselab.io beschäftigt?
Gerne. Wir sind eine unabhängige, inhabergeführte Agentur mit Sitz in Köln. Unser Team hilft Kunden bei der Konzeptionierung, Entwicklung und Implementierung von Mixed-Reality-Softwarelösungen. Wir entwickeln Software unter Verwendung der Erweiterten Realität für Smartphones. Das bedeutet, das Bild der Smartphone Kamera wird angereichert um digitale Inhalte. Über Nutzung der Virtuellen Realität für entsprechende PC-Brillen befinden sich Nutzer in einer vollständig computergenerierten Welt bis hin zu Anwendungen in der gemischten Realität, bei der das natürliche Sichtfeld des Menschen mit digitalen Inhalten erweitert wird..
Das klingt spannend. Seit wann gibt es Ihr Unternehmen bereits?
Gegründet wurde Senselab.io im Jahr 2015 von Claus Divossen. Ich bin dann ein halbes Jahr später als Co-Founder dazugekommen. In den letzten Jahren sind wir organisch auf acht Leute herangewachsen, wobei sich unser Team weiter vergrößert. Für uns wichtig ist: Im Herzen sind wir alle bereits leidenschaftlich lange mit der Technik- und der Softwareentwicklung verbunden. Wir brennen für das Thema mit jeder Faser unseres Körpers.
Und worauf hat sich Senselab.io spezialisiert? Was ist Ihr Kerngeschäft?
Überwiegend arbeitet Senselab.io im Projektgeschäft. Das heißt, wir entwickeln Individuallösungen nach den Anforderungen unserer Kunden. Dabei sind wir hochspezialisiert auf das Entwickeln von Lernanwendungen. Hier haben wir nochmals unsere Passion gefunden und in den letzten Jahren unheimlich viel Fachkompetenz im Bereich Erwachsenenbildung aufgebaut. Dicht gefolgt wird unser Lernbereich von Anwendungen, die im Marketing Verwendung finden. Hier können wir dann meist auch unser gesamtes kreatives Potenzial entfalten. Da die Rahmenbedingungen für den Anwendungsablauf oft etwas großzügiger gehalten sind als im eLearning-Business.

Wir verstehen unser Handwerk bei der Entwicklung von Lern- und Marketinglösungen. Mixed Reality Technologien sind hochkomplexe Werkzeuge, die gekonnt eingesetzt werden müssen, um zu einem positiven Erlebnis und Ergebnis zu kommen. Dabei erfordern VR/AR/360 Technologien ein vollständiges Umdenken bei der Anwendungsentwicklung. Das beginnt schon beim Konzept. Wer hier unerfahren ans Werk geht, steht am Ende meist vor nicht brauchbarer Software. Durch unsere langjährige Erfahrung sind wir in der Lage intelligente Konzepte bis hin zu einer nahtlosen Implementierung in bestehende Prozesse unserer Kunden, alles aus einer Hand zu liefern. Stets fundiert, zukunftsorientiert und wirtschaftlich.
Und der Markt ist reif für Virtuelle Realitäten (VR), erweiterte Realitäten (AR) und 360 Grad Umgebungen?
Absolut, sonst hätten wir uns bei der Gründung nicht ausschließlich auf diese Technologien konzentriert. Noch nie war die Hardware besser, günstiger und einfacher zu handhaben. Durch unterschiedliche Hardware-Hersteller mit ähnlichen Standards und einen einheitlichen Qualitätsniveau brauchen wir uns um verfügbare Hardware keine Sorgen mehr machen und können uns auf das Konzentrieren was wirklich wichtig ist, nämlich gute Software.
Sehen Sie, vor nicht einmal sechs Jahren hatten Großkonzerne vielleicht das Glück und konnten sich ein bis zwei VR-Brillen der Marke Eigenbau, zusammengelötet von einem Forschungsteam, leisten. Übergeben wurde das Gerät mit Tränen in den Augen, denn es steckten darin Monate an Entwicklungsarbeit. Durch die Massenproduktion, die Anfang 2016 gestartet ist, wurde dieser Umstand gelöst und die Branche entwickelte sich zu dem, was sie heute ist. Was nun zählt, ist ein verantwortungsvoller Umgang bei der Entwicklung von Softwarelösungen. Noch nie war der Computer näher am Menschen, wie es mit VR der Fall ist, noch nie war der Mensch auf dieser qualitativen Ebene ein Teil einer virtuellen Welt.
Wie ist es um den technischen Stand von VR / AR / MR Anwendungen bestellt?
Wie erwähnt, haben wir den Reifegrat „Jugend forscht“ hinter uns gelassen. Ebenso sieht es bei der Softwareentwicklung aus. Die meisten von uns genutzten Tools sind Standardtools, die in den letzten Jahrzehnten von der Computerspielindustrie entwickelt wurden. Das sind Entwicklungsumgebungen, die uns einen schnellen Aufbau von 3D-Welten ermöglichen. Über standardisierte Programmierschnittstellen entwickeln wir die Logik der Anwendungen. So werden am Ende aus 3D-Modellen, die anhand von CAD-Daten erstellt wurden, eine virtuelle vollständig funktionierende Mittelspannungsanlage, wie es letztes Jahr für den TÜV-Süd realisiert worden ist.

Senselab GmbH – Produktbild

Welches Equipment benötigen Unternehmen, um Ihre Leistungen in Anspruch zu nehmen?
Ein Anruf oder eine Mail an uns reicht in den meisten Fällen aus, um unsere Leistungen in Anspruch zu nehmen. Später im Projektverlauf klären wir mit unseren Kunden dann die Beschaffung nötiger Hardware. Da stellen sich zum Beispiel Fragen, ob der Kunde eine mobile Lösung bevorzugt oder eine Festinstallation plant. Wir hatten auch schon Anfragen bei der das Equipment im Trailer eines LKWs verbaut werden sollte. Nur wenige Kunden, die unsere Leistungen in Anspruch nehmen, haben bereits VR-Hardware im Unternehmen. Aber wir haben diese Fälle und es werden glücklicherweise mehr. Im Augmented Reality Bereich genügen Smartphones, die nicht älter als 4 Jahre sind. Der Einstieg ist also denkbar einfach und die Kosten einer Nutzung überschaubar.
Gehen wir auf das Thema Trainings noch mal etwas genauer ein. Welchen Mehrwert hat diese Form von Trainingsangeboten für Unternehmen?
Speziell VR basierte Trainingsanwendungen bieten den Vorteil, dass sich der Nutzer vollständig im digitalen Raum bewegen kann. Und damit meine ich nicht via Maus und Tastatur, sondern durch die eigene Körperbewegung, welche in VR realitätsnah umgesetzt wird. Sie wollen etwas vom Boden aufheben? Dann gehen Sie einfach in die Knie und strecken ihre Hand aus. Sie müssen einen Hebel ziehen oder einen Knopf drücken? Dies tun Sie durch Ausführen der Bewegung, wie Sie es auch in der Realität tun würden. Hinzu kommt der Eindruck der „Präsenz“, also dem Gefühl wirklich Vor-Ort im digitalen Raum anwesend zu sein. Der Mensch lernt also erfahrungsbasiert durch Ausüben der Handlung, auch „kinetisches Lernen“ genannt. Etwas, das vorher über Tablets oder web-based-Trainings am PC im digitalen Raum noch nie möglich war.

Bei Augmented Reality verhält es sich ähnlich. Wir haben Anwendungen entwickelt, bei denen sich die Smartphone-Kameras auf eine Maschine richten. Diese wird von unserer Software erkannt und um digitale Inhalte erweitert. Genutzt werden kann das Ganze somit für Lernprozesse am Arbeitsort. Ersatzteile können bei Wartung und Instandhaltung direkt am Objekt markiert werden. Oder aber man lädt sich direkt den gesamten Einbauprozess auf das Smartphone und bekommt diesen Schritt für Schritt angezeigt. Alles am echten Objekt und ganz ohne seitenlange kryptisch geschriebene Handbücher und Textblöcke.
Was spricht also dafür, dass Unternehmen auf digitale Trainings setzen? Welche Vorteile bringen sie ihnen?
Digitale Trainings sind ungefährlich, unendlich zu vervielfältigen und jederzeit wiederholbar. Bei einer Umsetzung einer gefährlichen technischen Anlage bspw. können Sie ganz ohne Bedenken den gesamten Lerninhalt direkt am digitalen Zwilling erarbeiten. Dabei ist das Ganze sogar ortsunabhängig möglich, denn ein Notebook und eine VR-Brille kann überall, wo Strom ist, aufgebaut werden.

Bei dem Einsatz von digitalen Trainings im Softskill Bereich wie bspw. Personalführung, Mitarbeitergespräche, Vertriebstraining können teure Präsenztrainings effizienter gestaltet werden. Über 360° Videos, welche die Rollenspiele im Vorfeld erlebbar machen, bereiten sich Nutzer auf den Lerninhalt vor oder nutzen die 360° Anwendungen, um das im Präsenztraining Erlernte nachträglich zu vertiefen. Auch hier gilt der Vorteil der unendlichen Wiederholung eines digitalen 360° Präsenztrainings.

Senselab – Produktbild

Für welche Unternehmen sind solche Trainingsangebote besonders interessant?
Senselab bedient Kunden aus allen Branchen - Industrie, Energie, Automotiv, Medizin, Versicherungsdienstleister. Gelernt werden muss überall. Die meisten Kunden haben wir aus dem Bereich „zu gefährlich, zu groß, zu teuer“, um an echten Objekten trainieren zu können. Das betrifft vor allem Unternehmen aus der Energiebranche, denn hier sind es nicht nur schwere Gerätschaften, die bedient werden müssen. Oft ist mit einer Fehlbedienung auch ein Menschenleben in Gefahr. Dabei ist egal, ob Grundkurs oder Auffrischungskurs. Es besteht die Chance, solche Gefahrenpotenziale am Arbeitsort durch virtuelle Trainings zu minimieren.

Mit Stolz können wir behaupten, den deutschen Mittelstand zu unseren Kunden zählen zu dürfen. Gerade der Mittelstand steht der neuen Technologie aufgeschlossen gegenüber und bringt viel Enthusiasmus mit, sich neue moderne Lernumgebungen und -methoden zu erschließen.
Wie entwickelt sich Ihr Unternehmen Senselab in nächster Zeit weiter?
Wir arbeiten aktuell an einem Autorentool namens „senseworx“, welches zur Erstellung von VR-Lernanwendungen im eigenen Unternehmen genutzt werden soll. Außerdem entwickeln wir standardisierte Lernanwendungen, die später von Kunden lizenziert werden können. So entfällt die Individualentwicklung auf Kundenseite und wir können unserem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden. Beides entwickelt sich aktuell neben dem Projektgeschäft. Derzeit nur etwas langsamer, als gewünscht. Daher sind wir auf der Suche nach passenden Investoren, die sich für unsere Anwendungen begeistern und mit denen wir ein schnelles Wachstum anstreben.

Als Asset verfügen wir über ein breites, fundiertes Spektrum über Prozesse, Techniken und eben dem Handwerk, welches zum Designen und Entwickeln solcher Anwendungen benötigt wird. Unser Expertenwissen wollen wir in die Software „senseworx“ gießen. Bereits jetzt nutzen wir „senseworx“ für eigene Projekte und können Entwicklungsprozesse damit deutlich beschleunigen. Das macht unsere Projekte für unsere Kunden und uns sehr wirtschaftlich.
Welche Partner können Sie bei der Weiterentwicklung unterstützen?
Wir sind auf der Suche nach Partnern, die wertvollen Input liefern können. Unsere Stärke liegt darin, abstrakte Dinge verständlich zu machen. Wir sind Meister im Erstellen fantastischer Konzepte, bei der Softwareentwicklung und im Erstellen von 3D-Inhalten. Ich bin immer wieder erstaunt und stolz, auf wie viele Bereiche sich unsere Kompetenzen und Team-Fähigkeiten anwenden lassen. Unterstützung können wir hingegen bei der Projektplanung und Bedarfsabschätzung von standardisierter Lernsoftware gebrauchen. Wer über solide Kenntnisse verfügt, der greife bitte gleich zum Telefonhörer und kann mit uns durchstarten!
In welcher Form ist eine Unterstützung gewünscht?
Wir suchen Partner mit Know-How aus der Energiebranche. Langfristig sehen wir im Lernbereich Potenzial für standardisierte Trainingssoftware, die weltweit eingesetzt werden kann. Diese zu entwickeln erfordert unsere Fähigkeiten, aber auch enormes Fachwissen über die Inhalte selbst. Wir sind auf der Suche nach Partnern, die gemeinsam mit uns heute die Lernanwendungen für morgen entwickeln wollen. Am Ende können wir damit im Idealfall nicht nur Wissen besser vermitteln, sondern auch Kosten sparen und Menschenleben retten.
Herzlichen Dank, Herr Steiner, für Ihre Antworten und spannenden Einblicke!

Kontaktinformationen

Christian Steiner
CSO/Co-Founder
Mobil:+49 0171 1598821
cs@senselab.io
senselab.io

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